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Wir reagieren, wenn wir uns verlieben, immer auf das Potential eines Menschen. Liebe macht also nicht blind sondern sehend! Ob das Potential auch verwirklicht wurde, können wir meistens nicht auf den ersten Blick erkennen. Deshalb kommt es nach der ersten Phase des Verliebtseins oft zu einer Ernüchterung, wenn man feststellt, dass der Partner all die schönen Eigenschaften, die wir in ihm gesehen haben, scheinbar nicht hat.
Anstatt dem Partner Vorwürfe zu machen, bringt es natürlich mehr, ihm bei der Entwicklung der Eigenschaften zu helfen. Natürlich nur, wenn er dazu bereit ist. Manche Menschen entwickeln ihr ganzes Leben lang nicht ihre wahren Eigenschaften. Sie schaffen den Individuationsprozess nicht.
Bei sehr jungen Menschen passiert es häufiger, dass das wahre Potenzial noch nicht gelebt werden kann. Da weiß man selbst noch nicht, welche Richtung man im Leben einschlagen will und man macht viele Umwege um an sein Ziel zu gelangen. Deshalb gehen Beziehung oft nach ca. 4 Jahren auseinander. Da hat man dann gemerkt, das man gerade einen Umweg macht und sucht sich einen passenderen Partner. Oder man bleibt aus Angst oder gesellschaftlichen Gründen zusammen und macht sich gegenseitig das Leben zur Hölle, entwickelt Depressionen oder andere Krankheiten. Wenn das Band der Liebe einmal gerissen ist, bringt es meistens nichts daran festzuhalten. Man hat sich schon so weit von einander entfernt, dass man keine gemeinsame Basis mehr erreichen kann.
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